Kirche/Geschichte

Pfyn

Der Name geht auf das römische ad fines («an der Grenze», gemeint ist zwischen den Provinzen Rätien und Gallien) zurück. Die Überreste eines spätantiken Römerkastells sind noch sichtbar. Die Heerstrasse führte von Vitudurum (Oberwinterthur) über Pfyn nach Arbor felix (Arbon). Der Ort war aber bereits in der Jungsteinzeit besiedelt. Funde aus der Zeit um 4000 bis 3500 v. Chr., welche 1944 erstmals gemacht wurden, gaben dieser Periode den Namen Pfyner Kultur. Pfyn ist eine der ältesten Siedlungen der Ostschweiz. Da sich im römischen Kastell die zum Teil schon im 3. Jahrhundert christlich gewordenen Galloromanen zusammenfanden, hatte Pfyn auch eine der ersten Kirchen im Thurgau.

(Quelle Wikipedia)

 

Das Gebäude der Kirche ist einer der ältesten Kirchenbauten im Thurgau und erhielt die Grundzüge seiner heutigen Gestalt im 14. Jahrhundert
Wann die christliche Religion nach Pfyn gekommen ist, ob durch das römische Militär oder in Folge der Schlacht von Zülpich 496 nachdem Alemannien ein Teil der fränkischen Monarchie geworden war, kann nur vermutet werden. Pfyn ist eine der ältesten, wenn nicht die älteste christliche Gemeinde im Kanton.

Während die Gemeinden auf dem Seerücken ganz oder grösstenteils beim katholischen Bekenntnis blieben, schloss sich Pfarrer Jakob Teucher von Steckborn mit der Gemeinde Pfyn der Reformation an. Die Pfarrer beider Konfessionen scheinen sich zu gut vertragen zu haben, so dass gegen den evangelischen Pfarrer 1587 in Zürich geklagt wurde, dass er zu intim mit dem katholischen Priester stehe und das hl. Abendmahl nach dem neuen Kalender austeile.

„Es war im Jahre 1572, als zu Pfyn auf einmal alle Glocken der Kirche läuteten, als ob ein Leichenbegängnis wäre. Als das Volk zur Kirche eilte, war niemand da, weder Sarg noch Priester und niemand der die Glocken geläutet hatte“, berichtet ebenfalls eine Thurgauer Sage. Die Glocken in dem kleinen Dachreiter liessen das Gebälk erzittern und – nach Erzählungen – schwang der kleine Turm bei jedem Läuten gefährlich mit. So wurde 1938 der Neubau des Kirchturms errichtet, der mit einer Glockenweihe gefeiert wurde.

Die erste nachweisbare Kirche entsteht nach 1100 und vor 1155 n. Chr. in Pfyn. Das einschiffige gotische Langhaus ist von hohen, schmalen Proportionen. Dem langen Laienteil mit drei Fensterachsen ist gen Osten ein kürzerer Vorchor mit seitlichen Doppelarkaden und einem zweistufigen Altarpodest mit drei gotischen Lanzettfenstern in den Hochwänden angebaut. In der Mitte des Podestes steht ein neuer Zelebrationsaltar. Die rundbogigen Arkaden haben einen rekonstruierten Mittelpfeiler und neue Kämpferplatten. Sie führen zu den niedrigen Annexräumen mit flacher Holzdecke. Der Chor ist gegenüber dem Langhaus und dem Vorchorpodest erhöht und durch einen Triumpfbogen mit Kämpferplatte eingeschnürt. Er hat ein hoch eingeschnittenes Kreuzgratgewölbe das aus dem 18. Jh. datiert. Alle Oberflächen des Kirchenraumes sind erneuert (1979-81).

(Quelle Transitorisches Museum zu Pfyn)